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In geheimer Mission "Down Under"
Wir vom Johanneshof sind sogar für Überraschungen am anderen Ende der Welt gut! Aber lesen Sie selbst...
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Tageskarte mit leckeren Extras!
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Himbeeren Selbstpflücken !
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In geheimer Mission "Down Under"
Wir vom Johanneshof sind sogar für Überraschungen am anderen Ende der Welt gut! Aber lesen Sie selbst ;-)

Etwa 22 Flugstunden von Deutschland entfernt ist Australien das Land der Träume für Aussteiger, Lebenskünstler, aber auch ernsthafter Auswanderer und unzähliger Touristen, vor allem aus dem asiatischen Raum. Was für uns Deutsche die Karibik, ist für viele Asiaten der fünfte Kontinent. So ergibt sich eine bunte Melange verschiedener Kulturen und Lebensweisen. Berührungsängste scheint es derweil nicht zu geben und im Laufe der Zeit entwickelten sich kleine Stadtviertel wie Chinatown, Little Italy, Little Spain etc. Auch eine sehr erfolgreiche "German Bakery", eine deutsche Bäckerei namens "Lüneburger" gibt es in Sydney. Passenderweise gegründet und geführt von Ahmet Yaltirakli einem Deutsch-Türken, der in Lüneburg aufgewachsen ist und dort Bäcker lernte. In den unzähligen Foodcourts (einer Art kulinarischer Einkaufspassage) der australischen Metropole versammeln sich denn auch die Küchen der Welt im Wettbewerb um die vielen genussfreudigen Einheimischen und Touristen.
"Haufen gegrillter Hinkel"
Mitten im Sprachengewirr, an einer überdimensionalen Theke mit dem verheißungsvollen Namen "Grill-Chef", an dem Entengerichte in allen Variationen angeboten werden, hört man vertraute Töne: "Ach Gott, guck emol, was ein Haufen gegrillte Hinkel!" "Nä, des sind doch Enten!" "Des is mir egal, ich will so e Hinkel mit ogebrätelte Nudle".
Harald Schlumpp und Markus Gornicki, beide aus Hockenheim, stehen am 30. Dezember 2009, begeistert von der Qual der großen Wahl und dem ungeduldigen Blick des dickbebrillten Grill-Chefs in arge Bedrängnis gebracht, vor dem kleinen Tempel asiatischer Kochkunst und bestellen viel zu viel.
Beide sind in einer geheimen Mission nach "Down Under" gereist und feilen, zufrieden kauend, weiter an ihrem Plan. Nur wenige Menschen in der über 16 000 Kilometer entfernten Kurpfalz sind eingeweiht. Die Mission trägt den Namen: "The very big surprise".
Sechs Monate Abenteuerreise
Schon im September sind sechs Mitarbeiterinnen aus Schlumpps Hockenheimer Gartenwirtschaft zu einer großen sechsmonatigen Abenteuerreise aufgebrochen, die sie über Hongkong nach Neuseeland, Australien, Tasmanien und den Fidschi Inseln führen wird, bevor es im März wieder nach Hause geht.
Die sechs mutigen Ladies aus Hockenheim, Ketsch, Brühl, Altlußheim und Walldorf haben im Frühsommer 2009 ihr Abitur hinter sich gebracht und wollen nun die Zeit nutzen, bevor es in Ausbildung oder Studium geht, um ferne Länder und Kulturen kennenzulernen und natürlich ihr Schulenglisch aufzubessern. Sie haben sich fürs "WwooFen" entschieden, was übersetzt "Willing workers on organic Farms" bedeutet. Das heißt, man arbeitet einige Stunden täglich auf einem Bauernhof und hilft bei der Ernte, und dafür sind Kost und Logis frei. Die ideale Art und Weise, mit wenig Geld zu reisen und viel von Land und Leuten kennenzulernen. Die Arbeit auf dem Bauernhof ist ja auch allen recht gut bekannt.
Kurz vor Weihnachten weihte Harald Schlumpp die Eltern der zukünftigen Studentinnen in seinen Plan ein, ihre Töchter zu überraschen und bat um äußerste Diskretion. Ist es doch in Zeiten von Facebook und E-Mail kinderleicht, Kontakt mit Zuhause aufzunehmen. Ein falsches Wort und die Überraschung wäre dahin gewesen. Er wollte zusammen mit Kommilitone Markus Gornicki die große Überraschung sein. Kontaktperson Marta Baba aus Hockenheim war von vornherein in das Vorhaben eingeweiht und wurde im konspirativen Geschehen zur Schlüsselfigur. Schließlich war sie erst im November nachgereist.
Via SMS verabreden die Drei einen Treffpunkt im Park, wo das unerwartete Wiedersehen stattfinden sollte. Die Aufregung ist groß und bepackt mit Umschlägen und Weihnachtsgeschenken der von Sehnsucht geplagten Eltern, geht es los in Richtung Park. Eine Parkbank mit Tisch schließlich ist der perfekte Platz. Als es endlich soweit ist und die illustre Reisegruppe ahnungslos schnatternd durch den sommerlichen Park schlendert, ist die Spannung für Marta, Harald und Markus riesengroß.
Freudenschreie im Park
Die Gespräche verstummen, als eine der jungen Damen ungeniert ruft: "Schau mal, der sieht aus wie der Markus! Und der andere runter gerissen wie unser Chef!"
An dieser Stelle lassen sich die Gesichter nicht wirklich gut beschreiben, als es den Weltenbummlern nach und nach klar wird, dass es tatsächlich - kurz vor Silvester - Boten aus der Heimat sind, die da auf sie warten. Freudenschreie erfüllen den lauschigen Park und die vielen anderen Parkbesucher beobachten das sehr emotionale Geschehen interessiert!
Mit feuchten Augen wird gebusselt und umarmt und als dann die mitgeschickten Umschläge der Lieben aus der kalten Heimat geöffnet werden und die gute Weihnachtsschokolade mit Zimt und Koriander, die der Chef unerlaubterweise und mit Unschuldsblick durch die strengen australischen Einreisekontrollen geschmuggelt hatte, bei 28 Grad im Schatten genascht wird, spürt man, wie froh und glücklich die Mädels sind, am Jahresende eine so schöne Verbindung zur Heimat erleben zu dürfen. Zu erzählen gibt es viel und so verabredet sich die frohe Truppe am frühen Silvesternachmittag zum Picknick im Park, der einen wunderbaren Blick auf die Skyline und die berühmte Hafenbrücke von Sydney bietet.
Viele Stunden reichen nicht aus, um alle Abenteuer und Geschichten zu erzählen und so beginnt eine lange Nacht, in der das neue Jahr 2010 willkommen geheißen wird. Zusammen mit vielen Australiern wird angestoßen.
Die acht freundlichen Fremden erheben die mit feinstem australischen Wein gefüllten Plastikbecher auf ihr bezauberndes Gastgeberland und vergessen dabei natürlich auch nicht, die schöne und geliebte Heimat hochleben zu lassen. Einige SMS fliegen in dieser für alle denkwürdigen Silvesternacht in beiden Richtungen um die Welt und eine ausgelassene, fröhliche Stimmung füllt die Herzen.
Feuerwerk reißt alle mit
Das wundervolle Stadtfeuerwerk Sydneys mit seiner einmaligen Choreographie reißt schließlich alle mit und für 12 Minuten (jedem Monat ist eine Minute gewidmet) staunt eine ganze Millionenstadt begeistert gen Himmel. Erst gegen halb fünf Uhr früh, als es bei 22 Grad noch recht angenehm ist, bereitet die Stadtreinigung den erschöpften Parkbesuchern einen bestimmten, aber australisch-höflichen "Feierabend". Glücklich und mit vollem Herzen chauffiert "die dicke Überraschung" seine Schützlinge mit mehreren Fahrten im Mietwagen sicher durch die im Morgengrauen immer noch feiernde Metropole zum Hostel.
Marta erzählt noch, mit glücklich-roten Backen, dass sie vielleicht ein paar Wochen länger in Sydney bleiben will und überlegt, ob sie im malerischen, historischen Viertel "The Rocks" in einem deutschen Biergarten als Servicekraft jobben soll. "Löwenbräu-Keller" heißt das von deutschen Einwanderern geführte Lokal originellerweise. "Na klar, mach das doch" antwortet Harald, "Du weißt ja, wie's geht!"
So grüßen vom anderen Ende der Welt die acht Johanneshöfler alle Freunde, Familien sowie ihre Kunden und Gäste und wünschen viel Glück und Gesundheit im neuen Jahr 2010, in dem man sich hoffentlich wohlbehalten wieder sieht.
(Quelle: Schwetzinger Zeitung, 04. Januar 2010)

